Holzpellets

Ein Pellet (englisch: pellet = Bällchen, Kügelchen aus altfranzösisch: pelote = Spieleball und lateinisch: pila = Spielball, Knäuel, Haufen – daher auch Sprachverwandschaft sowohl mit der Pille, wie auch mit dem Peloton) ist ein kleiner Körper aus gepresstem Material in Kugel- oder Zylinderform. Meist wird der Begriff jedoch im Plural verwendet: Futterpellets, Holzpellets usw.

Herstellung

Pellets werden in so genannten Pelletieranlagen (Pelletpressen) mit großem Druck hergestellt. Dabei wird das Material mit großem Druck durch eine Stahlmatrize gepresst. Beim Austritt aus der Matrize werden die Stränge durch ein Abstreifmesser auf die gewünschte Länge abgeschnitten. Der Durchmesser der Pellets wird durch den Durchmesser der Presskanäle vorgegeben. Durch einen Matrizenwechsel kann die Stärke der Pellets verändert werden.

Holzpellets werden in den meisten Fällen in der Nähe des Verbrauchsortes hergestellt. Allerdings ist das Netz der Produktionsbetriebe in Deutschland noch nicht so dicht wie z. B. in Österreich. Als typische Hersteller kommen große Säge- und Hobelwerke in Betracht, bei denen der Rohstoff (Säge- und Hobelspäne) vor Ort als Koppelprodukt anfällt. Die Späne werden meistens mit Abwärme aus den vorhandenen Heizkraftwerken getrocknet und weiter in sogenannten Rundmatrizen zu Holzpellets verpresst.

Die meist vorhandene Nähe des Herstellungsbetriebes lässt die Umweltbilanz noch besser ausfallen: Lange Transportwege entfallen.

Die größten Mengen an Pellets wurden 2003 in Schweden (1,5 Mio. t) und Österreich (280.000 t) hergestellt. Holzpellets sind das Brennmaterial einer Pelletheizung. Sie haben die Form eines Holzdübels und werden gewonnen, indem Hobel- oder Sägespäne ohne Zugabe chemischer Bindemittel unter hohem Druck durch eine Stahlmatrize gepresst werden. Dabei verbinden sich die Späne durch das holzeigene Lignin.

Holzpellets unterliegen Normen, in Deutschland der DIN 51731 (kein Qualitätsindikator, da z. B. der Abrieb und damit die Staubentwicklung nicht festgelegt sind und keine Prüfung der Produktion nach dieser Norm erfolgt), in Österreich der ÖNORM M 7135 (wesentlich restriktiver), oder können nach DIN plus zertifiziert werden (verwendet die jeweils strengeren Werte der vorstehenden Normen).
Qualität

Daten laut DIN plus bzw. ÖNORM:

* 5 bis 6 mm Durchmesser, 8 – 30 mm Länge
* Heizwert Hi größer als 18 MJ/kg = 5 kWh/kg = 3,25 kWh/l
* Schüttdichte 650 kg/m³; Materialdichte größer 1,12 kg/dm³
* Wassergehalt kleiner als 10 %
* Asche weniger als 0,5 %
* Maximalwerte für Schwefel und Chlor; Abrieb (wichtig wegen Staubentwicklung beim Einblasen)
* bestehen zu 100 % aus Holz
* riesel- schütt- und einblasfähig, dadurch Lieferung im Tankwagen möglich

Da die Qualität der Holzpellets durch unsachgemäßen Transport oder Lagerung leiden kann, regelt die ÖNORM M 7136 Transport und Lagerung vom Hersteller bis zum Endkunden.
Platzbedarf

Aufgrund der geringeren Energiedichte (zum Vergleich: Heizöl extra leicht nach ÖNORM C 1109 hat einen Heizwert von mindestens 11,9 kWh/kg bzw. 10 kWh/l) und der kleineren Dichte wird für die Lagerung der gleichen Energiemenge bei Pellets ca. dreimal soviel Raum benötigt wie bei Heizöl. Allerdings ist der Aufwand für die Lagerung wesentlich geringer, da Sicherheitsmaßnahmen wie eine Ölauffangwanne oder regelmäßige Dichtheitskontrollen entfallen können. Dadurch ist es meistens möglich, die gleiche „Energiemenge“ wie bei Heizöl im Lagerraum (ehemals Tankraum) zu bevorraten. Die Pellets müssen allerdings stets trocken gelagert werden, was in der Praxis durchaus zu Problemen führen kann.

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