Hackschnitzel

Hackschnitzel dienen als Brennstoff für Hackschnitzelheizungen und bestehen aus groben Sägeabfällen/Hobelspänen.

Brennstoff

Hackschnitzel werden zumeist in der Größenklasse G30 oder G50 für die automatische Beschickung in spezielle Holzheizkesseln für Zentralheizungen verwendet. Die Beschickung erfolgt meist mit elektrischen Förderschnecken.

Eigenschaften von Hackschnitzel

* bestehen zu 100 % aus Holz
* verbrennen CO2-neutral
* Brennwert rund 4,0 kWh je kg
* mittels Förderschnecken zur automatischen Beschickung geeignet
* werden besonders für die OSB-Produktion eingesetzt
* große Nachfrage von Holzwerkstoffherstellern, Papier- und Energieindustrie (Holzheizkraftwerke)
* Wichte = 2,0 kN/m³
* Böschungswinkel = 45°

Produktion von Hackschnitzel

Hackschnitzel werden oft mit mobilen Hackern produziert. Diese Maschinen hacken minderwertiges Holz (z. B. aus einer Durchforstung, Äste, usw.) welches für die Industrie (Sägewerk, Zellstoff) nicht mehr geeignet ist. Damit kann sonst nicht finanziell verwertbares Holz kostengünstig in ein marktfähiges Produkt überführt werden. Der Großteil des am Markt befindlichen Hackgutes kommt jedoch aus der Sägeindustrie, wo es als Nebenprodukt anfällt.

Wirtschaftlichkeit

Hackschnitzelheizungen sind wirtschaftlich sinnvoll ab einem Energiebedarf von 20kW oder mehr und eigenen sich deshalb vorzugsweise für größere Gebäudekomplexe.

Umweltverträglichkeit

Hackschnitzelheizanlagen sind umweltneutral. Die Menge an CO2, die bei der Verbrennung freigesetzt wird, entspricht genau der Menge CO2, die beim Wachstum der Hölzer in diese eingebunden wurde.

Bei Einberechnung der CO2-Freisetzung durch Waldbewirtschaftung, Rohholztransport, Aufbereitung usw. („graue Energie“) sind Hackschnitzel im Vergleich zu anderen Energieträgern sehr umweltfreundlich.

Ungünstig ist allerdings die hohe Emission von Feinstaub und Ruß in den Rauchgasen. Im Privathaushalt dürfte eine entsprechende Reinigung unwirtschaftlich sein; in Großanlagen (z. B. Biomasseheizkraftwerk) bestehen hier bessere Möglichkeiten.

Betriebskosten

Hackschnitzelheizungen sind in der Anschaffung deutlich teurer als herkömmliche Öl-, Pellet, oder Gasheizanlagen. Allerdings sind die Brennstoffkosten sehr viel geringer als bei Ölheizanlagen.

Technik

Hackschnitzelheizungen arbeiten ähnlich wie eine Pelletheizung. Anstelle einer Schneckenaustragung oder Sauglanze kommt jedoch hier eine Rührwerksaustragung mit Schneckenförderer zum Einsatz. Besser sind hydraulische Zuführungssysteme mit Förderkolben, die sperriges Material durchtrennen können.

Prognose

Aufgrund des immer größeren Förderaufwands werden die Kosten für Öl und die daran gekoppelten Kosten für Gas in Zukunft eher steigen als fallen. Die Kosten für Hackschnitzelheizungen amortisieren sich insbesondere für Waldbesitzer mit entsprechenden Gerätschaften und Lagerräumen sehr schnell; Hackschnitzelheizungen werden daher in ländlichen Gebieten zunehmend Verbreitung finden.

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